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Forschung einfach teilen. Weil Teilen Wirtschaftswissen schafft.

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum ­Wirtschaft macht sich stark für Open ­Access und Open Research Data in den Wirtschaftswissenschaften.

Immer eindringlicher fordern Forschungsförderer den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten aus geförderten Projekten. Dazu zählt nicht nur die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), sondern auch die Europäische Union, die im 8. Forschungsrahmenprogramm („Horizon 2020“) Entsprechendes fordert, sowie die National Science Foundation (NSF) in den USA. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Durch den offenen Zugang zu Publikationen und Forschungsdaten wird transparent und nachvollziehbar, wie Erkenntnisse durch die Anwendung wissenschaftlicher Methoden auf Forschungsdaten generiert wurden.
Bei der Erstellung von Forschungsdaten spielen zudem monetäre Aspekte eine Rolle: Unnötige doppelte Datenerhebungen werden vermieden und entsprechend Kosten gespart. Öffentlich verfügbare Forschungsdaten können wiederverwendet werden und neue Forschungsansätze und Kooperationen generieren.
Doch nicht nur die Gemeinschaft der Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler profitiert von Open Access und Open Research Data. Das Öffnen und Teilen von Fachliteratur und Forschungsdaten bringt auch dem einzelnen Wissenschaftler bzw. der einzelnen Wissenschaftlerin einen erheblichen Mehrwert in Form von erhöhter Sichtbarkeit der erzielten Forschungsergebnisse.


  • Forschungsförderer (DFG, EU etc.) legen zunehmend Wert auf die Einhaltung von Forschungsdatenrichtlinien. Doch was fordern sie hier konkret von der Wissenschaft?
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  • Forschungsförderer verlangen immer häufiger die Erstellung von Datenmanagementplänen (DMP). Wie sieht ein solcher DMP aus?
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  • Forschungsförderer fordern in wachsendem Maße eine hinreichende Dokumentation des Datenmanagements als Standard. Wie sieht so eine Dokumentation konkret aus?
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  • Data Sharing und Open Science werden als Zukunftsmodell betrachtet. Wo können Sie Ihre Forschungsdaten speichern und für andere zur Verfügung stellen?
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  • Auch in wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften finden sich immer mehr Journals mit sogenannten Data Policies. Welches Journal hat welche Data Policy?
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Alle praktischen Hinweise zum Download finden Sie hier: Praktische_Hinweise_zum_Forschungsdatenmanagement.pdf



Wahrnehmung und Anerkennung: Citation Benefit

  • Autorinnen und Autoren, die ihre Forschungsdaten mit ihrem Fachartikel ver­öffentlichen, werden häufiger zitiert.
  • Autorinnen und Autoren, die ihre Artikel Open Access veröffentlichen, werden häufiger zitiert.
  • Autorinnen und Autoren, die Open Access veröffentlichen, erhalten schneller Feedback aus der Community.

Hoher Open Data Citation Benefit

Aufsätze mit Forschungsdatensätzen werden deutlich häufiger zitiert als vergleichbare Publikationen, in denen die verwendeten Forschungsdaten nicht veröffentlicht werden. Dies belegen zahlreiche internationale empirische Untersuchungen. In den Naturwissenschaften beispielsweise kann dieser Open Data Citation Benefit bis zu 9 Prozent gegenüber Publikationen ohne zugehörige Forschungsdaten betragen. Nach rund fünf Jahren steigt dieser Effekt sogar auf bis zu 30 Prozent.1 Die Verfügbarkeit von Daten, die einer Publikation zugrunde liegen, hilft also, in der Fachcommunity wahrgenommen zu werden.

Open Access Citation Benefit beträgt Faktor 3

Der Vorteil der freien Verfügbarkeit gilt erst recht, wenn es um reine Textpublikationen geht.
So fand beispielsweise eine Studie des Research Information Network (RIN) heraus, dass Veröffentlichungen im Open Access dreimal häufiger gelesen und zitiert werden als Artikel, die einzig über Subskriptionszeitschriften zugänglich sind.2 Wohlrabe & Birkmaier vom ifo Institut in München bestätigten diese Beobachtung auch für die Wirtschaftswissenschaften und bekräftigen: Wirtschaftswissenschaftliche Open-Access-Artikel zirkulieren stärker unter den Leserinnen und Lesern, werden besser wahrgenommen und sind damit deutlich sichtbarer.3 Ein weiterer wichtiger Pluspunkt: Forschende, die ihre Arbeiten Open Access zur Verfügung stellen, können ihre Forschungsergebnisse schneller verbreiten und diskutieren als jene Autorinnen und Autoren, die in klassischen Journals veröffentlichen. Open Access verfügbare pre-publication-Versionen lösen in den Wirtschaftswissenschaften sehr schnell Debatten aus, so dass neue Erkenntnisse vor der Publikation in klassischen Journals bereits in den wissenschaftlichen Diskurs eingehen.



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1 Vgl. Heather A. Piwowar, Todd J. Vision (2013): „Data reuse and the open data citation advantage” https://peerj.com/articles/175/
2 Vgl. Kristin Antelman: Do Open-Access Articles Have a Greater Research Impact? In: College & Research Libraries vol. 65 no 5, 372-383 http://crl.acrl.org/content/65/5/372.abstract. Siehe auch folgende Bibliographie: http://www.istl.org/10-winter/article2.html.
3 Vgl. (http://figshare.com/articles/Nature_Communications_dataset/1108068 und http://www.nature.com/press_releases/ncomms-report2014.pdf.
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